Beim ersten Besuch des südlichen Irrschlosses in Breath of the Wild hatte ich genau diesen Moment, den viele Spieler kennen: Man steht vor den hohen Mauern, sieht die schmalen Wege und denkt sich, dass man einfach irgendwie durchkommen wird. Nach ein paar Minuten merkt man aber, dass dieses Labyrinth weniger ein Kampfplatz und viel mehr eine Geduldsprobe ist. Wer hier nur mit Gewalt vorgeht, verliert schnell die Orientierung und läuft unnötige Schleifen.
Das südliche Irrschloss gehört zu den Orten in BOTW, die auf den ersten Blick komplizierter wirken, als sie tatsächlich sind. Der Trick liegt nicht darin, jeden Winkel abzusuchen, sondern das Schloss als räumliches Rätsel zu verstehen. Ich habe mich beim ersten Durchlauf selbst mehrfach in Sackgassen wiedergefunden und später gemerkt, dass ein ruhiger Blick von oben vieles einfacher macht. Genau diese kleinen Beobachtungen machen bei diesem Ort den Unterschied.
Warum das südliche Irrschloss viele Spieler aus dem Rhythmus bringt
Das Irrschloss befindet sich in der Region Akkala und ist eines der drei großen Labyrinthe in Breath of the Wild. Anders als normale Schreine oder kleinere Rätselbereiche verlangt es nicht nur eine einzelne Lösung, sondern ein gutes Gefühl für Navigation. Die Mauern sind hoch, die Wege ähneln sich stark und viele Abzweigungen sehen zunächst identisch aus.
Was ich besonders interessant finde: Das Spiel erklärt hier kaum etwas. Nintendo gibt keine direkte Anleitung, wie man mit solchen Labyrinthen umgehen soll. Man muss selbst herausfinden, dass die Karte und die Umgebung zusammenarbeiten. Viele Spieler laufen am Boden herum und versuchen, die richtige Route zu erraten. Das funktioniert zwar, ist aber unnötig mühsam.
Die eigentliche Stärke von Link liegt an diesem Ort nicht im Schwertkampf, sondern in der Nutzung seiner Fähigkeiten. Wer die Umgebung beobachtet und die Möglichkeiten der Sheikah-Technologie einsetzt, kommt deutlich entspannter ans Ziel.
Die Vorbereitung vor dem Betreten des Labyrinths
Bevor ich das südliche Irrschloss betrete, erledige ich normalerweise ein paar kleine Vorbereitungen. Nicht, weil der Ort besonders gefährlich wäre, sondern weil nichts ärgerlicher ist, als mitten im Labyrinth wegen einer Kleinigkeit umkehren zu müssen.
Ein paar Heilitems gehören natürlich ins Inventar. Außerdem lohnt es sich, einen Bogen mit ausreichend Pfeilen dabeizuhaben. Die Gegner im Labyrinth sind nicht das Hauptproblem, aber ein Fernangriff spart gelegentlich Zeit. Wer bereits den Paragleiter und wichtige Fähigkeiten aus den Schreinen besitzt, hat hier einen deutlichen Vorteil.
Der wichtigste Tipp vor dem Start: Nicht sofort in die Gänge hineinlaufen. Ich schaue mir das Schloss zuerst von einer erhöhten Position an. Von oben erkennt man Teile der Struktur und bekommt ein Gefühl dafür, wie die Mauern aufgebaut sind. Das erspart später viele Umwege.
Die eigentliche Lösung: So findet man den Weg durch das südliche Irrschloss
Die Lösung des südlichen Irrschlosses ist weniger eine feste Schritt-für-Schritt-Route als ein Prinzip. Die Wege können verwirrend aussehen, aber das Ziel bleibt immer gleich: Man muss das Zentrum des Labyrinths erreichen, wo sich der Zugang zum Schrein befindet.
Ich empfehle, nicht direkt den Bodenweg zu nehmen. Der deutlich angenehmere Ansatz führt über die Mauern. Mit dem Paragleiter und geschickter Nutzung der erhöhten Bereiche kann man viele Abschnitte umgehen. Das ist genau die Art von Freiheit, für die Breath of the Wild bekannt ist: Das Spiel zwingt dich selten dazu, den offensichtlichen Weg zu nehmen.
Falls du lieber am Boden bleibst, funktioniert auch diese Methode. Orientiere dich nicht an einzelnen Kurven, sondern an festen Punkten. Die äußeren Mauern sind dein Freund. Wenn man ständig mitten durch das Labyrinth läuft, verliert man schnell die Richtung. Bleibt man dagegen am Rand und arbeitet sich systematisch vor, wird die Struktur viel klarer.
Ein weiterer kleiner Hinweis: Die Karte hilft hier enorm. Viele Spieler ignorieren die 3D-Darstellung, weil sie im normalen Spiel selten notwendig ist. Im Irrschloss zeigt sie aber genau, warum manche Wege nicht funktionieren. Ich habe mir angewöhnt, regelmäßig kurz auf die Karte zu schauen, anstatt zehn Minuten blind weiterzulaufen.
Der schnellste Weg mit einem Blick von oben
Die eleganteste Variante ist meiner Meinung nach die Route über die Mauern. Dafür nutzt man eine hohe Stelle außerhalb oder innerhalb des Labyrinths und bewegt sich anschließend über die oberen Bereiche weiter. Von dort aus sieht man deutlich besser, wo die offenen Wege liegen.
Diese Methode fühlt sich zunächst fast wie ein kleiner Trick an, ist aber eigentlich vom Design gewollt. Breath of the Wild belohnt Spieler, die experimentieren. Ein Labyrinth bedeutet nicht automatisch, dass man jede einzelne Ecke zu Fuß erkunden muss.
Wer diese Route nutzt, sollte trotzdem nicht einfach nur geradeaus gleiten. Einige Bereiche sind durch die Konstruktion des Schlosses blockiert, und ein falscher Sprung kann wieder auf die unteren Wege führen. Lieber kleine Abschnitte planen und nach jedem größeren Schritt die Umgebung überprüfen.
Die Gegner und Gefahren im südlichen Irrschloss
Viele Spieler erwarten in einem solchen Labyrinth eine große Kampfherausforderung. Tatsächlich liegt die Schwierigkeit aber woanders. Die Gegner sind eher eine Ablenkung als das eigentliche Hindernis.
Im Inneren warten verschiedene Wächtergegner, die den Weg erschweren können. Besonders nervig sind Gegner, die aus ungünstigen Positionen angreifen. Wenn man gerade versucht, sich zu orientieren, kann ein unerwarteter Treffer schnell für Chaos sorgen.
Meine bevorzugte Vorgehensweise ist deshalb, Kämpfe nur dann anzunehmen, wenn sie wirklich im Weg stehen. Man muss nicht jeden Gegner besiegen. Das passt auch gut zur Philosophie von BOTW: Nicht jede Situation verlangt nach einem direkten Angriff.
Die wichtigsten Unterschiede zwischen den möglichen Vorgehensweisen lassen sich ungefähr so zusammenfassen:
- Bodenroute: Klassischer Weg durch die Gänge, einfach zu verstehen, aber mit mehr Richtungswechseln und längerer Laufzeit.
- Mauerroute: Mehr Überblick, weniger Umwege und meistens die angenehmste Variante für erfahrene Spieler.
- Erkundungstour: Ideal, wenn man zusätzlich Truhen suchen oder das Labyrinth vollständig kennenlernen möchte.
Truhen, Belohnungen und kleine Geheimnisse
Das südliche Irrschloss ist nicht nur ein Hindernis auf dem Weg zum Schrein. Wer genauer hinsieht, findet verschiedene Belohnungen. Einige davon liegen bewusst an Stellen, die man beim schnellen Durchlaufen leicht übersieht.
Ich würde allerdings nicht empfehlen, den ersten Durchgang komplett auf Schatzsuche auszurichten. Das Labyrinth kann dadurch deutlich länger wirken. Besser ist es, zunächst den Schrein zu erreichen und später zurückzukommen, wenn man die Struktur verstanden hat.
Gerade diese Möglichkeit gefällt mir an BOTW. Viele Orte verändern ihre Wirkung, wenn man sie ein zweites Mal besucht. Beim ersten Mal kämpft man gegen die Orientierungslosigkeit, beim zweiten Mal erkennt man plötzlich die Planung hinter dem Aufbau.
Häufige Fehler beim südlichen Irrschloss
Ein typischer Fehler ist, ständig die Richtung zu wechseln. Spieler merken, dass sie nicht weiterkommen, drehen um, probieren den nächsten Gang und verlieren dadurch noch mehr den Überblick. Im Irrschloss bringt ein ruhiges Vorgehen deutlich mehr als hektisches Ausprobieren.
Ein anderer Fehler ist, die Höhenebenen komplett zu ignorieren. Breath of the Wild ist kein Spiel, das dich nur auf einer Ebene denken lässt. Berge, Türme und Mauern sind fast immer Teil der Lösung. Das südliche Irrschloss ist eines der besten Beispiele dafür.
Auch die Karte wird oft unterschätzt. Gerade weil BOTW normalerweise so viel Freiheit bietet, vergessen manche Spieler, dass die Karte bei bestimmten Rätseln ein wichtiges Werkzeug ist. Im Labyrinth ist sie nicht nur Dekoration.
Mein Eindruck vom südlichen Irrschloss nach mehreren Durchläufen
Nach mehreren Besuchen gehört das südliche Irrschloss für mich zu den besseren Beispielen für das Rätseldesign von Breath of the Wild. Beim ersten Mal fühlt es sich chaotisch an, aber dieses Chaos hat eine klare Struktur. Das Spiel vertraut darauf, dass der Spieler neugierig bleibt und nicht sofort nach einer markierten Lösung sucht.
Was ich an diesem Ort besonders schätze, ist die kleine Lernkurve. Man startet mit dem Gefühl, verloren zu sein, und wenige Minuten später beginnt man, Muster zu erkennen. Genau dieser Moment macht viele BOTW-Rätsel interessant. Es geht weniger darum, eine komplizierte Mechanik zu verstehen, sondern darum, die Welt aufmerksam zu lesen.
Wenn du also gerade vor dem südlichen Irrschloss stehst und das Gefühl hast, dich im Kreis zu drehen: Das gehört dazu. Nimm dir kurz Zeit, schau dir die Struktur an und nutze die Möglichkeiten, die Link besitzt. Das Labyrinth ist nicht dafür gebaut, dich aufzuhalten – es wartet nur darauf, dass du aufhörst, es wie einen normalen Weg zu behandeln.
Visuals von Magnific (www.magnific.com)
Neue Hardware, versteckte Einstellungen und die Frage, wie sich noch ein paar FPS herausholen lassen – genau das macht Gaming spannend. Zwischen Benchmarks, Spieleinstellungen und technischen Experimenten gibt es immer etwas Neues zu entdecken.